Kofo Essen 10.09.2014

"Mein Leben mit CI - Segen oder Fluch?"

 

Elena Lehrmann (KoFit e.V., Berlin)

Wir haben uns sehr gefreut, dass Elena kurzfristig bereit war, diesen Kofotermin zu übernehmen. Sie berichtete in ihrem Vortrag über ihre persönlichen Erfahrungen, über die jetzige gesellschaftliche Situation und über Wege, diese zu ändern. CI-Träger sind einem großen Erwartungsdruck ausgesetzt. Das führt oft dazu, dass sie als Jugendliche ihr CI ablegen. Wichtig ist aber, dass man keine "entweder - oder", sondern eine "sowohl - als auch"-Entscheidung trifft. Gebärdensprache muss in Elternberatung und Frühförderung eine größere Rolle spielen, weil sie stressfreie und sichere Kommunikation ermöglicht. In bestimmten Situationen kann die Nutzung eines Gebärdensprachdolmetschers wichtig sein. Aber auch die Gebärdensprachgemeinschaft muss CI-Träger vorurteilsfrei aufnehmen. Ci-Träger haben sehr unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse. Jede individuelle Entscheidung muss man respektieren. Für Elena selbst bedeutet das Leben in zwei Sprachen und zwei Kulturen eine Bereicherung.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die Besucher froh waren, nicht nur einseitige Informationen zu bekommen. Der Informationsbedarf war groß. Es gab Diskussionsteilnehmer, die sich Entscheidungshilfen für oder gegen eine CI-Operation erhofften. Auch gesellschaftliche Änderungen wurden gefordert. In Vereinen ist z.B. immer noch die Einteilung in gehörlos, schwerhörig, CI-Träger üblich, das erschwert eine "sowohl - als auch"- Entscheidung. Mehrere Teilnehmer betonten, dass eine neutrale Beratung der Eltern sehr wichtig ist.

Moderation:
Philipp Wacker

Gebärdensprachdolmetschen:
Mäggie Meisen, Bastienne Blatz (Skarabee)

Schriftdolmetschen:
Cornelia Krajewski, Ulrike Kretzer

Fotos:
Ingo Langner