Kofo Essen 08.11.2017

"Schlaganfall"

 

Dr. Oliver Kastrup (Leitender Arzt der Neurologie, Kath. Klinikum Essen)

In Deutschland erleben jedes Jahr ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Auch jüngere Menschen kann es treffen. Deshalb hatten wir mit Dr. Oliver Kastrup einen Fachmann eingeladen, der uns durch das Regionale Schlaganfall-Büro Ruhr empfohlen wurde. Es gelang ihm, komplizierte medizinische Zusammenhänge und Fachbegriffe sehr verständlich zu erklären.

Ein Schlaganfall ist eine Mangeldurchblutung des Gehirns und muss schnell behandelt werden. Deshalb ist es wichtig, die Symptome zu erkennen: Plötzliche einseitige Sehstörung, akute Sprachstörung, Lähmung und plötzliche Gangstörung können Anzeichen eines Schlaganfalls sein.

Als Ursachen nannte der Referent: Gerinnselbildung aus dem Herzen oder durch verkalkende Gefäßwände der Halsschlagader, Verschluss von Gehirngefäßen.

Als Risikofaktoren gelten: Rauchen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit

Die Folgen eines Schlaganfalls sind erheblich: 20% Tod in den ersten 4 Wochen, 80% bleibende Schäden.

Die Behandlung ist medikamentös (durch eine Thrombolyse in den ersten 4 Stunden versucht man, das Blutgerinnsel aufzulösen) und/oder operativ (Entfernung des Blutgerinnsels durch einen Katheder).

Vorbeugen kann man einem Schlaganfall durch

- viel Bewegung und Sport

- mediterranes Essen statt Fastfood

- nicht Rauchen

- Zucker und Salz meiden

In der Diskussion wurden zahlreiche Fragen gestellt. Einige Fragen und Antworten sind hier genannt:

Frage: Ich habe ein CI und kann keine MRT-Untersuchung machen lassen. Antwort: Eine CT-Untersuchung ist ausreichend für die Diagnose eines akuten Schlaganfalls.

Frage: Ich hatte plötzlichen Schwindel und Ohnmacht. Kann das Symptom eines Schlaganfalls sein?Antwort: Schwindel und "Sternchen sehen" sind keine typischen Symptome. Eine Ohnmacht kann bei hörgeschädigten Menschen auch durch das Gleichgewichtsorgan verursacht sein. Die Ursachen von Schwindel soll man in Spezialzentren abklären lassen, z.B. im Westdeutschen Schwindelzentrum Essen.

Frage: Kann die Neigung zu Schlaganfällen vererbt werden?Antwort: Ja, eine genetische Veranlagung zu Bluthochdruck und hohen Cholesterinwerten ist möglich. Bei Verdacht soll man sich regelmäßig beim Internisten oder Kardiologen untersuchen lassen.

Moderation:
Katrin Müller

Gebärdensprachdolmetschen:
Julia Beer, Bastienne Blatz (Skarabee)

Schriftdolmetschen:
Cornelia Krajewski, Mario Kaul

Fotos:
Kofoteam